Verhaltensbezogene Einflüsse in der strategischen Entscheidungsfindung
In diesem Forschungsbereich untersuchen wir, wie verhaltensbezogene Faktoren die strategische Entscheidungsfindung beeinflussen. Unsere Arbeit ist im Feld der Behavioral Strategy verankert, das Erkenntnisse aus der kognitiven und sozialen Psychologie mit der Strategieforschung verbindet. Behavioral Strategy zielt darauf ab, realistischere Annahmen über menschliche Kognition, Emotionen und soziales Verhalten in die Analyse strategischer Entscheidungsprozesse in Organisationen zu integrieren.
Wenn man verstehen will, wie Menschen strategische Entscheidungen durchführen, ist es wichtig zu verstehen, wie sie Informationen verarbeiten, z.B. ob sie Heuristiken anwenden und wie solche Heuristiken je nach Expertise oder Erfahrung variieren. Manche dieser Expertenheuristiken können selbst eine Fähigkeit darstellen – eine Form der Vereinfachung von Komplexität, die zu einer effektiveren Entscheidungsfindung beiträgt.
Unsere Forschung in diesem Bereich basiert überwiegend auf Laborexperimenten, in denen wir untersuchen, wie verschiedene Informationstreatments strategische Entscheidungen beeinflussen. In mehreren Teilprojekten prüfen wir beispielsweise die Hypothese, dass es in bestimmten Fällen vorteilhaft sein kann, Personen weniger Informationen zu geben, als theoretisch für die Lösung einer Aufgabe erforderlich wären. In einem anderen Projekt untersuchen wir, wie die Art der Information, nicht aber ihr Inhalt, strategische Entscheidungen beeinflusst. Informationen können etwa sehr allgemein und parametrisiert präsentiert werden, um die Erkennung übergeordneter Muster zu erleichtern, oder stark kontextualisiert, um Entscheidungen in spezifischen Situationen zu verankern.
Diese Forschung wird hauptsächlich von Johannes Luger, Johanna Rupp, Robert Janjic und internationalen Koautor:innen durchgeführt.